CDRatlas: Wegweiser für CO2-Entnahmemethoden im Meer und an Land

Ob bei der Zementherstellung, in der Stahlindustrie oder der Landwirtschaft – einige Treibhausgasemissionen lassen sich auch bei ehrgeizigem Klimaschutz kaum vollständig vermeiden. Um dennoch die Klimaziele zu erreichen und die Folgen des menschengemachten Klimawandels abzumildern, wird neben der schnellen und drastischen Reduktion der CO2-Emissionen auch die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Rolle spielen.

Doch welche Verfahren gibt es? Wie funktionieren sie konkret? Und unter welchen natürlichen, technischen oder rechtlichen Bedingungen lassen sie sich umsetzen? Antworten darauf gibt ab sofort der neue Carbon Removal Atlas (CDRatlas). Die frei zugängliche Online-Plattform stellt Potenziale und Grenzen von CDR-Methoden visuell und interaktiv dar. Dabei stützt sich der CDRatlas insbesondere auf die Ergebnisse von CDRmare, der Forschungsmission der Deutschen Allianz Meeresforschung, und des Forschungsprogramms CDRterra. [...]

Ein Atlas, der Prozesse verständlich macht

Kernstück der Plattform sind detaillierte Prozessketten für verschiedene CDR-Methoden. Sie zeigen, welche Schritte notwendig sind – von der Planung über die Umsetzung bis hin zur Überwachung der CO2-Speicherung. Fachlich nennt sich das Monitoring, Reporting and Verification (Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung). Im CDRatlas wird dieses Konzept leicht verständlich erklärt und in den jeweiligen Kontext eingeordnet.

Viele der Verfahren sind derzeit noch in der Erprobungsphase. In zahlreichen Workshops haben die Forschenden daher gemeinsam mit Fachleuten aus Industrie und Praxis ausgelotet, wie eine reale Umsetzung aussehen könnte.

Zum Start der Plattform sind die Erhöhung der Alkalinität im Ozean und die Aufforstung von Mangroven im CDRatlas beschrieben. Im Laufe des Jahres werden dann noch Methoden zur Wiederaufforstung von Wäldern, Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung (BECCS) sowie die Renaturierung von Seegraswiesen und Aquakulturen von Makroalgen folgen.

Karten zeigen, was vor Ort möglich ist – und was nicht

Ob eine CO2-Entnahmemethode sinnvoll umgesetzt werden kann, hängt stark vom Standort ab: von Umweltbedingungen, vorhandener Infrastruktur oder rechtlichen Rahmenbedingungen. Der CDRatlas setzt daher auf die kartenbasierte Darstellung. Nutzer:innen können so auf einen Blick Potenziale aber auch Grenzen der Machbarkeit erkennen. Alle dargestellten Informationen sind mit Quellen hinterlegt. Der CDRatlas selbst stellt keine Rohdaten bereit, sondern verweist transparent auf die jeweiligen Originalquellen.

Ergänzt wird der CDRatlas durch eine Literaturdatenbank die fortlaufend aktualisiert wird. Ergänzend kann ein Newsletter abonniert werden, der wöchentlich über neue wissenschaftliche Veröffentlichungen informiert.

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Kontinuierlich wachsendes Werkzeug für Politik und Gesellschaft

Der CDRatlas wird fortlaufend erweitert – inhaltlich wie technisch. Indem Möglichkeiten und Begrenzungen von CO2-Entnahme-Methoden realistisch eingeordnet werden, soll der CDRatlas helfen, informierte, verantwortungsvolle Entscheidungen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen. [...]

(PM Geomar, gek.)

Weitere Informationen unter geomar.de


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