Von Daten zu Entscheidungen: Internationaler FLY2-Workshop in Portugal
Die bessere grenzüberschreitende Nutzung von Umweltdaten stand im Mittelpunkt eines internationalen FLY2-Workshops am 29. und 30. September 2026 in Montijo bei Lissabon. Fachleute, Regierungsvertreter und Organisationen aus verschiedenen europäischen Ländern diskutierten, wie vorhandene Daten besser verknüpft und für den Schutz von Küstenfeuchtgebieten sowie die Wiederherstellung von Lebensräumen genutzt werden können.
Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stand die Entwicklung von Ideen für ein integriertes Umweltüberwachungssystem für Küstenfeuchtgebiete entlang der ostatlantischen Zugroute (East Atlantic Flyway). Neben den fünf Projektländern – Belgien, Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Spanien – brachten auch Experten aus Portugal, Schweden und Finnland ihre Erfahrungen ein. Internationale Initiativen wie Wetlands International, die Wadden Sea Flyway Initiative und EMODnet Biology zeigten auf, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Datenaustausch in der Praxis bereits funktionieren.
Am ersten Workshoptag wurden die Ergebnisse der Bestandsaufnahme (Baseline Assessment) vorgestellt und anhand konkreter Beispiele aus den teilnehmenden Ländern diskutiert. Mittels interaktiver Umfragen konnten die Teilnehmenden zentrale Herausforderungen und Prioritäten benennen. Dabei kristallisierte sich heraus: Ein Mangel an Umweltdaten ist nicht das einzige Problem. Oft behindern unzureichende Abstimmung zwischen Organisationen, eingeschränkter Datenzugang und uneinheitliche Informationssysteme die gemeinsame Nutzung vorhandener Erkenntnisse.
Mehr über FLY2 und die Ausgangsbeurteilung erfahren Sie in diesem Video auf youtube.com.
Drei Bausteine für eine bessere Zusammenarbeit:
Der zweite Tag war der Entwicklung konkreter Ideen auf der Grundlage dieser Erkenntnisse gewidmet. In moderierten Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden drei mögliche Komponenten eines künftigen Überwachungssystems:
- Datenmanagement für die Zugroute – Verbesserung des grenzüberschreitenden Datenzugangs, der Interoperabilität und der Daten-Governance.
- Wissens- und Entscheidungsunterstützung für die Zugroute – Verknüpfung von Überwachungsdaten, Analysen und Modellierungen zur Gewinnung gemeinsamer Erkenntnisse auf Ebene der gesamten Zugroute.
- Unterstützung bei der Umsetzung von Wiederherstellungsrichtlinien – Unterstützung der Länder beim Monitoring von Wiederherstellungsmaßnahmen, bei der Berichterstattung und bei damit verbundenen politischen Erfordernissen.
Als wesentliche Prioritäten identifizierten die Teilnehmenden die Notwendigkeit einer stärkeren politischen und institutionellen Verankerung der Zusammenarbeit sowie die Schaffung einer Koordinierungsstruktur entlang der Zugroute.
Wie geht es weiter?
Die Ergebnisse des Workshops werden nun in die Überarbeitung des geplanten Monitoring-Rahmens einbezogen. Dieser Rahmenplan wird anschließend mit den zuständigen Behörden auf Ministerien Ebene in den Projektländern abgestimmt. Auf dieser Grundlage werden gezielte Fallstudien ausgewählt, um Wissenslücken zu schließen und potenzielle Elemente des Rahmenplans – wie etwa Optionen für das Datenmanagement und Analysewerkzeuge – zu erproben.
Die Veranstaltung schloss mit einer gemeinsamen Exkursion zum Tejo-Ästuar; dort setzen sich Forschende und Naturschutzorganisationen seit Jahren für den Schutz der ökologisch wertvollen Feuchtgebiete vor den Auswirkungen großer Infrastrukturvorhaben – insbesondere eines geplanten neuen Flughafens – ein.
Organisiert wurde der Workshop von der Coastal & Marine Union (EUCC) mit Unterstützung der EUCC-D; Gastgeber war das portugiesische Instituto da Conservação da Natureza e das Florestas (ICNF). Finanziell gefördert wurde die Veranstaltung durch das TAIEX-Instrument der Europäischen Kommission im Rahmen des Instruments für technische Unterstützung (TSI) der Generaldirektion Strukturreformen (DG REFORM).
Weitere Informationen über das von der FLY2 Projekt auf eucc-d.de und in dieser Broschüre.
